Reiseführer Costa de la Luz, Andalusien

Aus bauästhetischer Perspektive gesehen, zählt Barbate nicht unbedingt zu den schönsten Dörfern Andalusiens. Dafür besitzt es den spröden Charme eines Fischerstädtchens. Erfrischend ist zudem, dass Barbate vom internationalen Tourismus komplett unerschlossen geblieben ist und man hier noch authentisch andalusischem Lebensstil begegnet. Die Feriensaison beschränkt sich hauptsächlich auf die Sommermonate Juli und August und konzentriert sich fast ausschliesslich auf den innerspanischen Tourismus.

Beeindruckend ist der große Fischerhafen; der Fischfang bildet noch immer die Haupteinnahmequelle der Stadt. Der Thunfisch aus Barbate ist in Japan ausgesprochen beliebt. In vielen Restaurants finden Sie gerahmte Fotos von der Almadraba, die Ihnen eine Vorstellung von dieser jahrhundertealten Technik des Fischfanges geben.

Da sich die Fischindustrie seit Jahren in der Krise befindet, leidet Barbate unter einer hohen Arbeitslosigkeit, insbesondere unter Jugendlichen. Diese wird verschärft durch die Baukrise und die Überfischung, die inzwischen so bedrohliche Ausmaße angenommen hat, dass der rote Thunfisch unter Artenschutz gestellt wird.

Mit Haschischschmuggel läßt sich schnelles Geld verdienen, was leider oft junge Männer dazu verleitet, sich mit der Logistik des Haschischhandels zu verdingen. Manche geben dieses schnell verdiente Geld ebenso rasch wieder aus, z.B. in Form von Autos oder exotischen Haustieren. Andere wiederum nutzen es als Start-up-Kapital und werden zu Restaurant- oder Barbesitzern.

Wer einen Einblick in das "wirkliche" Barbate und seine etwas anarchischen, aber umso liebenswerteren Einwohner gewinnen will, dem sei die Komödie "Atún y Chocolate" ans Herz gelegt (2004 in die Kinos gekommen).

 

DIE UMGEBUNG VON BARBATE

Zahara de los Atunes

Um nach Zahara zu kommen, nehmen Sie in Barbate die Küstenstrasse, die über den Río Barbate 8 km am Strand entlang führt. Vor einigen Jahrzehnten hat die Stadtverwaltung von Barbate diesen Küstenstreifen und die dahinter liegende Sierra de Retin an das Militär verpachtet, das dort im Februar Manöver abhält. Dank dieses Pachtvertrags bleibt dieser einzigartige Strand auch noch für die nächsten Jahrzehnte unverbaut.

Zahara de los Atunes verdankt seinen Namen dem Thunfischfang. Ein herrlicher, kilometerlanger Strand mit feinstem Sand lockt jedes Jahr viele Urlauber. Seit Jahren ist Zahara beliebter Sommertreff der spanischen Prominenz aus Film, Musik und TV. Unser Tipp: die nächste Bucht nach der Urbanisation Atlanterra. Einfach der Straße folgen durch ein herrliches Villenviertel zur Playa de los Alemanes, wo man von dem Leben nach dem großen Lottogewinn träumen kann. 

Los Caños de Meca

Die Naturidylle war einstmals Paradies der Hippies und Aussteiger. Inzwischen hat sich Los Caños de Meca in eine beschauliche Urlaubssiedlung gewandelt. Außerhalb der Monate Juli, August und September ist es sehr ruhig in Los Caños de Meca, nicht einmal ein Zehntel der Häuser sind außerhalb der Hochsaison bewohnt.

Im Sommer herrscht in Los Caños de Meca buntes Partyleben mit teils orientalischem Flair. Der Strand von Caños de Meca liegt am östlichen Ende unterhalb einer Steilküste; aus unterirdischen Wasserquellen tropft Wasser aus dem Stein. Immer weiter nach Westen kommend geht die Steilküste in niedrige Dünen über. Dort, wo der Strand einen Bogen Richtung Kap Trafalgar macht, ist es wellengeschützt und für Kinder ideal zum Baden. An der Landzunge des Kap Trafalgar fand vor über 200 Jahren die legändere Seeschlacht statt. 

Zahora

Wer auch während der Hochsaison Ruhe und Erholung sucht, ist in der kleinen und idyllischen Siedlung Zahora gut aufgehoben. Zahora liegt zwischen zwei langen, einsamen Sandstränden: Richtung Osten die Cala Isabel, die zum Leuchtturm führt, dahinter der "Tómbolo de Trafalgar", eine interessante Dünen- und Lagunen-Landschaft.

Richtung Westen liegt die Playa de Mangueta, die langsam in den Strand von El Palmar übergeht. An beiden Stränden ist Nacktbaden erlaubt. Der eigentliche Strand von Zahora verwandelt sich bei Ebbe in eine flache Lagune, in der Kleinkinder wunderbar planschen können. Zwischen den Steinen des vorgelagerten Riffs gehen Kinder auf Krabbensuche.

Das Dorf Zahora besteht aus Einfamilienhäusern mit grossen Gärten, Bungalows und Ferienhäusern, dazwischen Felder, Weiden, Obst- und Gemüsegärten, Pinien und Eukalyptusbäume. Zahora bietet ein akzeptables Angebot an Restaurants, und die täglichen Einkäufe kann man im Supermarkt des Campingplatzes erledigen. 

Der Naturpark La Breña und das Marschland von Barbate

Der Naturpark La Breña ist eine pinienbewaldete Hügellandschaft zwischen Los Caños de Meca und Barbate. Er beherbergt eine überraschende landschaftliche Vielfalt: Steilküste, weiße Sandstrände, Pinienwälder mit einer reichhaltigen Flora und Fauna. Kaum zu glauben, dass dieser herrliche Pinienwald erst vor ca. 120 Jahren angelegt wurde, als Befestigung von Wanderdünen, die das umliegende Acker- und Weideland bedrohten. Hier findet man auch zahlreiche markierte und nicht markierte Wanderwege die Vejer, San Ambrosio, Barbate, Caños, Zahora verbinden.

Ein Highlight ist der Besuch des "Palomar de la Breña", eine wunderschön restaurierte Hacienda aus dem 18. Jahrhundert mit angeschlossenem Taubenhaus, das zu einem bezaubernden Landhotel mit Wirtschaft umgewandelt wurde.

Die Marismas (Marschland) bilden eine wichtige Station für Zugvögel. Der Río Barbate schlängelt sich durch das Feuchtgebiet, das durch den Wechsel der Gezeiten und der Mischung aus Salz- und Süsswasser ein einzigartiges Biotop bildet. Siehe auch in Ausflugstipps.

 

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